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“De Häger Ringelschotschen” eint der Spaß am Tanz der Achttourigen

Unser Tanzkreis will kein Verein sein und im Mittelpunkt steht die Bewahrung ländlicher Bräuche

Eigendlich ist Gunnar Heine seit 18 Jahren fest in die Trachtengruppe Lindhorst eingebunden.
Das langjährige Vereinsmitglied lässt kaum einen der Lindhorster Auftritte aus. Gunnar Heines Spezialgebiet: umfangreiche Kenntnisse über Schnitt und Farben der Trachten des ländlichen Raumes.

Gunnar Heine wohnt aber in Lüdersfeld. Dort ist er auch auf einem Bauernhof aufgewachsen und vermisste in seinem Dorf (“Hierher gehört einfach eine Trachtengruppe”) immer stärker die pflege ländlichen Brauchtums, wie beispielsweise das Tanzen der Achttourigen auf Ernte- und Schützenfesten. Seitdem es keine aktive Gruppe der Landjugend mehr gibt, so erzählt Heine, ist dieser Brauch eingeschlafen. Vor drei Jahren beschloss er anlässlich des Lüdersfelder Schützenfestes, diese Tradition wieder aufleben zu lassen.

Heine fragte im Dorf herum, erkundigte sich auch in den anderen Gemeinden und flugs bildete sich eien lockere Gemeinschaft, die der Spaß am Tanz der Achttourigen eint.
Diese Tradition typisch ländlichen Tanzvergnügens wird heute zwar in Tachtengruppen und Tanzkreisen gewahrt, ein spontanes Tanzen dieses Bauerntanzes, auch ohne Tacht, findet sich bei Erntefesten allerdings nur noch im Raum Bückeburg. 20 Personen umfasst die Gruppe gegenwärtig, davon sind acht männlichen Geschlechts. Sie haben sich den Namen “De Häger Ringelschotschen” gegeben. Die Gruppenmitglieder, sie wollen keinen Verein gründen, sondern eien lockere Gemeinschaft bleiben, kommen nicht nur aus Lüdersfeld, sondern auch aus Nienstädt, Stadthagen oder aus Vornhagen.

Gegenwärtig werden auch immer mehr Kinder in den Kreis aufgenommen. Die Trachtentänzer sind in unterschiedlichen Berufen tätig, viele von ihnen hatten Kontakt mit Bauernhöfen, aber meist über Verwandte.

Drei- bis viermal im Jahr treten “De Häger Ringelschotschen auf, meist auf privaten Veranstaltungen. Aber auch beim Trachtenfest in Bad Nenndorf waren sie im letzten Jahr dabei.

Das bei diesen Auftritten die Tracht richtig sitzt, darauf achtet Gunnar Heine ganz besonders.

Er sammelt Kleidung dieser Art seit vielen Jahren und gilt weit und breit als Experte. Ihm ist es ein besonderes Anliegen, dass die Tracht, auch neu genäht, möglichst orginalgetreu aussieht, denn, son Heine: “Oftmals lässt der heutige Geschmack der Menschen eine Zusammenstellung von Farben zu, die früher so nicht exstierte.”

Um das Aussehen der Lindhorster Tracht festzuhalten, fertigt die Gruppe Farbbilder vor möglichst historischen Hintergrund als Anschauungsmaterial an. Bei diesen Fototerminen gesellen sich dann schon mal Besucher aus der Trachengruppe Lindhorst dazu. Die Mitglieder sind bei den Aufnahmen mal in eine festliche Tracht, eine Arbeitstracht oder eine Trauertracht gekleidet.

Schaumburger Wochenblatt / 27. Oktober 2004